Academia

Ars Augusta

for music and theater

in Silesia

1

Heinrich Schütz

Itzt blicken durch des Himmels Saal
SWV 460

SSATB 2vl, Bc

7:30

Nachtklage

Martini Opicii Teutsche Poemata, hg. von Zincgref, Straßburg (Eberhard Zetzner) 1624.

Jetzt blicken durch deß Himmels Saal

Die güldnen Sternen allzumal,

Ich bin ohn' Hoffnung gantz allein,

Ich wach', und Andre schlaffen ein.

Du, Jungfrau, liegest in der Rhu

Und hast die stoltzen Augen zu;

Du bläsest durch den rothen Mundt

Das süsse Gifft, so mich verwundt.

Du denckest nicht an meine Noth,

Noch an den süssen Liebesgott,

Der mein Gemüt' und Sinn hat bracht

In deine Hand und grosse Macht.

Ich lieg' an deiner tauben Thür,

Ob ich doch möge kommen für

Und diesen unbewegten Sinn

Durch meine Bitte zu mir ziehn.

Was sonst bey Tag' irrt hin und her,

Die schnellen Fisch' und auch ihr Meer,

Sind sicher, geben sich zu Rhu,

Ich bringe nur kein Auge zu.

Die Threnen ruff' ich Zeugen an

Damit ich dich nicht zwingen kan,

Die Threnen, so ich dir zur Schand'

Hier laß' als meiner Liebe Pfand.

(...) Ganz siehe hier>>>

Now through heaven’s hall gaze

all the little golden stars.
I am all alone and without hope, awake while others sleep.

Maiden, you rest so peacefully

and your proud eyes are closed, through your red lips you breathe the sweet poison that wounds me.

You don’t consider my anguish,

nor the sweet God of Love

who guided my clouded mind

into your hand and power.

I lie at your deaf door,
as if I could come forward
and draw this immovable spirit toward me by my pleas.

What by day strays hither and thither,

the nimble fish as well as their ocean,

they’re safe to go now to their rest, only my eyes refuse to close.

I call those tears to bear witness with which I cannot constrain you, the tears that to shame you
I leave here as a pledge of my love.

2

Heinrich Schütz

Nachdem ich lag in meinem
öden Bette SWV 451

SB 2vl, vla, Bc

5:00

Nachdem ich lag

Geistliche Dichtungen: Salomons hohes Lied (1627)

Drittes Lied.

Nachdem ich lag in meinem öden Bette,

ich sucht mein edles Licht,

ich sucht, ob ich den Liebsten bei mir hötte,

ich fand ihn aber nicht,

mich zwang die Brunst, das Lager zu verlassen,

ich laufe was ich kann hin durch die Stadt,

such um auf allen Gassen und treff ihn doch nicht an.

Ich fragte drauf die Wächter aus Verlangen:

Wisst ihr mein Leben nicht ?

Und als ich war ein wenig fortgegangen,

da fand ich erst mein Licht,

ich griff ihn an, begierig ihn zu zwingen

zu meiner Mutter hin, ich musst ihn doch bis

in ihr Haus heimbringen und in die Kammer ziehn.

So große Lust ihr habt zu Reheböcken,

ihr Töchter Solyme,

so wenig sollt ihr meinen Liebsten wecken,

bis dass er selbst aufsteh.

Wer ist sie doch, die ihre Schönheit zeiget,

kömmt aus der Wüstenei, wie Rauch empor

von theuren Myrrhen steiget und vieler Specerei.

Ganz>>

All night long on my bed
   I looked for the one my heart loves;
   I looked for him but did not find him.
I will get up now and go about the city,
   through its streets and squares;
I will search for the one my heart loves.
   So I looked for him but did not find him.
The watchmen found me
   as they made their rounds in the city.
   “Have you seen the one my heart loves?”
Scarcely had I passed them
   when I found the one my heart loves.
I held him and would not let him go
   till I had brought him to my mother’s house,
   to the room of the one who conceived me.
Daughters of Jerusalem, I charge you
   by the gazelles and by the does of the field:
Do not arouse or awaken love
   until it so desires.

Who is this coming up from the wilderness
   like a column of smoke,
perfumed with myrrh and incense
   made from all the spices of the merchant?

complete >>>

3

Andreas Hammerschmidt

Wie die güldnen Rosen Zier
Geistlicher Dialogen ander Teil (1645)

ST 2vl, Bc

4:00

Wie die güldnen Rosen Zier

Geistliche Dichtungen: Salomons hohes Lied (1627)

Das andere Lied

Salomon

 

Wie der güldnen Rosen Zier

Unter scharpffen Dörnern blühet

Und für ihnen ragt herfür;

Wie ihr schöner Glantz aussihet,

So muß meiner Liebsten Schein

Unter andern Töchtern seyn.

 

Die Sulamithinn.

 

Wie ein Oepffelbaum der Frucht

In dem reichen Herbste treget

Für den Bäumen wird gesucht

Die man ohne Nutzen heget;

So weit blickt deß Liebsten Zier

Für den andern Söhnen für.

 

Was ist besser, als daß ich

Wann mich brennt die Sommerhitze

Seiner Frucht gebrauche mich,

Unter seinem Schatten sitze?

Dann zu meiner Kehlen Lust

Ist mir Süssers nichts bewust.

(...) Ganz siehe hier>>>

I am a rose of Sharon, 
a lily of the valleys.

As a lily among thorns, 
so is my love among the daughters.

As the apple tree among the trees of the wood, 
so is my beloved among the sons. 
I sat down under his shadow with great delight, 
his fruit was sweet to my taste. 

4

Constantin Chr. Dedekind

Der Mörgenröht ihr Lachen befördert alle Sachen

aus der "Elbianischen Musenlust", 10 Opizianische (1665)

Voice, Lute

2:30

MorgenröhtArtist Name
00:00 / 01:07
Aurora

Erscheint auch in "Des Knaben Wunderhorn" von Achim von Arnim

Wer sich auf Ruhm begiebet

Und freye Tage liebet

Der liebet auch dein Liecht

Aurora; du mußt machen

Den Fortgang aller Sachen

sonst hilft der Vohrsatz nicht.

 

Wänn deine göldnen Strahlen

die blauen Wolken mahlen

du wehrtes Himmel Kind

So muß die Nacht verbleichen

es müßen für dir weichen

So viel als Sternen sind.

 

Es ist die grosse Sonne

Der Erden Lust und Wonne

So herrlich nicht als Du:

Wänn Sie dich an will sehen

so kann es nicht geschehen

als nuhr von hinten zu.

 

Kommst du aus Zitons Armen

Da muss das Feld erwarmen

Da lachet Berg und Wald

Das Graas muß Bluhmen bringen

die leichten Vögel singen

daß Erd und Lufft erschallt.

Wer seinen Muth will ätsen

Mit schneller Jagd und Häzzen

Der stehet auff mit Dihr:

Du bist der Brünste Mutter

dein Tau erzeugt das Futter

für Wild und alles Tier.

 

Wer Waffen trägt und kriget

wer an den Ketten liget

wer auf dem Meere wallt

wer voll ist schwehrer Sorgen

der spricht wänn wird es morgen?

Aurora, komm doch bald.

 

Auch Ich bin dihr ergeben

Du lätsest mihr mein Leben

Mit deiner schönen Zier

Hierum will ich dich preisen

und meinen Dienst erweisen

O Göttin für und für.

 

Laß mich nuhr dieß erlangen

wann ich mein Lieb umfangen

so halt den Zügel an

Halt an die hellen Blikke

bis ich zuvohr mein Glükke

wie recht gebrauchen kann.

Who seeks fame

And love freye days

He also loves your love

Aurora; you have to do

The progress of all things

otherwise the prefix will not help.

 

Wänn your golden rays

the blue clouds grind

you defended heaven child

So the night must fade away

it must give way for you

As many as there are stars.

 

It is the big sun

The earth's joy and delight

Not as wonderful as you:

If you want to see you

it can't happen like that

than close from behind.

 

Are you coming out of Ziton's arms?

The field has to warm up

Mountain and forest are laughing

The grass must bring flowers

the light birds sing

that earth and air resound.

Who wants to erase his courage

With quick hunt and Häzzen

He stands up with Dihr:

You are the best mother

your dew creates the forage

for game and all animals.

 

Who carries arms and kriget

who liget on the chains

who waves on the sea

who is full of grave worries

who speaks wänn will it be tomorrow?

Aurora, come on soon.

 

I am also devoted to you

You read my life

With your beautiful ornament

This is why I want to praise you

and do my service

O goddess for and for.

 

Let me just get this

when I embrace my love

so hold the reins

Stop at the bright eyes

until I have my luck in front of me

how right can use

5

Andreas Hammerschmidt

Wenn Gott auf unsre Lenden
Aria (Geistlicher Dialogen ander Teil, Dresden,1645)

SSB 2vl, Bc

2:30

Wenn Gott GanzArtist Name
00:00 / 01:28
Wenn Gott auf unsre Lenden

Wenn Gott auf unsre Lenden

hat eine Last gelegt,
ist Schmerz an allen Enden,

wenn aber er sie trägt,

Da bekennet unser Mut,

Gott ist anders nicht als gut.

Wenn Gott uns Wunden schläget,

er regt sich Traurigkeit,
wenn er sie selber pfleget, verschwindet alles Leid,

Da bekennet unser Mut,

Gott ist anders nicht als gut.

Wenn Krankheit uns umgiebet,

wird unsre Seele matt,
Gott wird gelobt, geliebet,

wenn er erquicket hat,

Da bekennet unser Mut,

Gott ist anders nicht als gut.

Wenn Gott zur Höllen führet,

entsinket Herz und Sinn,

wenn er mit Leben zieret,

greif selber über hin,

Da bekennet unser Mut,

Gott ist anders nicht als gut.

Ach lass auch künftig spüren

die Hand so heilen kann,

soll eine Last mich rühren,

greif selber auch mit an,

Da bekennet Mund und Mut,

Gott ist anders nicht als gut.

Soll Krankheit mich umgeben,

soll ich zur Höllen hin,
so wollest du zum Leben
mich fröhlich wieder ziehn,

Da bekennet Mund und Mut,

Gott ist anders nicht als gut.

When God is upon our loins

has put a burden

there is pain at every end,

but if he wears it,

Our courage confesses

God is no other than good.

 

When God cuts us wounds

he stirs sadness,

if he takes care of her himself, all suffering disappears,

Our courage confesses

God is no other than good.

 

When sickness embraces us

our soul becomes weary,

God is praised, loved,

when he is refreshed,

Our courage confesses

God is no other than good.

 

When God leads to hell

sink your heart and mind,

when he adorns with life,

reach over yourself,

Our courage confesses

God is no other than good.

 

Oh let it be felt in the future too

the hand can heal so

should a burden move me

attack yourself too,

Mouth and courage confess

God is no other than good.

 

Shall illness surround me

should I go to hell

that's how you want to live

pull me happily again,

Mouth and courage confess

God is no other than good.

6

Andreas Hammerschmidt

Mein Lieb wie schöne bist doch du
Aria (Geistlicher Dialogen ander Teil, Dresden,1645)

T 2vl, Bc

3:30

Mein Lieb wie schöneArtist Name
00:00 / 02:44
Mein Lieb wie schöne bist doch du

Geistliche Dichtungen: Salomons hohes Lied (1627)

Das andere Lied

Mein Lieb / wie schöne bist doch du!
Wie zeucht mich die gestalt herzu!
Als Taubenaugen sind die deinen /
Wann zwischen deiner Haare ziehr
Ihr heller Glantz sich giebt herfür /
Vnd sie gleich als zwo Sonnen scheinen.
Wie ferren jenseit dem Eufrat
Hoch an den Klippen Galaad
Sich lustig macht das Heer der Ziegen /
Vnd wie sie springt die geile Schar /
So sehn wir auch das güldne Haar
Vmb deine zarte Stirne fliegen.
Die Zähne geben gantz nicht nach
Den Schaffen die erst aus der Bach
Ganz rein vnd weiß gewaschen kommen /
So Zwilling' haben allzumal /
Vnd bringen richtig jhre Zahl /
Auch nur nicht eines außgenommen.
Noch röter ist der Lippen schein
Als eine Rose pflegt zu sein;
An reden lebt nicht deines gleichen;
Ein Granatapffel ob er wol
Ist Ziehrligkeit vnd röte voll
Muß deinen weichen Backen weichen.

Als wie der Thurn den David hat

Mit einer Brustwehr' in die Stadt

Jerusalem hoch auffgebawet /

Dran Tausend Schilde sind gemacht

Vnd vieler starcken Waffen pracht /

So wird dein Hals auch angeschawet.

Als wie zur newen Frülingszeit

Wann alles blühet weit vnd breit

Zwey junge Reh' in Rosen gehen

Die Zwilling' einer Mutter sind /

So sieht man gleichfals auch /

mein Kind /

An dir die weissen Brüste stehen.

Ich wil / biß das die Hitze weicht /

Vnd jhre Brunst vns nicht erreicht /

Mich zu dem Myrrenberge lenden;

Zum Weyrauchhügel wil ich mich

Begehen biß die Sonne sich

Wird vnter vns zu Nachte wenden.

Gantz schöne / meine Lust / bist du /

Du bist gantz schöne / meine Rhue;

Wer ist es der dich recht beschreibe?

Du bist die Liebe selbst / mein Liecht /Du hast gar keine mackel nicht /

Kein Flecken ist an deinem Leibe.

My dear / how beautiful you are!

How does the figure draw me here!

As pigeon eyes are yours /

When to pull between your hair

Its bright shine gives it away /

And they shine like two suns.

How far beyond the Euphrates

High on the cliffs of Galaad

The army of goats makes fun of them /

And how they jump the horny crowd /

So we see golden hair too

Vmb fly your tender forehead.

The teeth do not give in at all

The work that comes out of the brook

Come all clean and washed white /

Such twins all have

And bring your number right /

Not even excluding one.

The lip gloss is even redder

As a rose wont be;

Talking does not live like yours;

A pomegranate if he wants

Is delicacy and reddened

Must give way to your soft cheeks.

As like Thurn has David

With a parapet 'into the city

Jerusalem high up /

A thousand shields are made on it

And many powerful weapons

This is how your neck is looked at too.

As like in the new springtime

When everything blooms far and wide

Two young deer walk in roses

A mother's twins are

So you can see at the same time /

my child /

The white breasts stand against you.

I want / bit the heat to give way /

And your heat not reached

To the mountain of myrrh;

I want to go to the Weyrauchhügel

The sun bit itself

Will turn vnter vns at night.

Gantz beautiful / my lust / are you /

You are very beautiful / my Rhue;

Who is it that describes you correctly?

You are love itself / my love / you have no flaws /

There is no stain on your body.

7

Heinrich Schütz

Liebster, sagt in süssen Schmerzen
SWV 438

SS 2vl, Bc

4:30

Liebster, sagt in süßem Schmerzen

Geistliche Dichtungen: Salomons hohes Lied (1627)

Liebster, sagt in süßem Schmerzen deine Sulamithin dir,
komm doch, saget sie von Herzen, küsse mich, o meine Zier,

deine Huld ist zu erheben
für des schönsten Weines Reben.

Dein Geruch der ist viel besser,

als der feist Olivensaft
an dem syrischen Gewässer,
als des Balsams edle Kraft,

darum müssen auf dich schauen

und dich lieben die Jungfrauen.

Zeuch mich hinter dir, wir kommen, folgen deinen Händen nach,
nun er hat mich eingenommen
in sein heilges Schlafgemach,

will mich wissen an den Enden,
wo sich meine Brunst kann wenden.

Wem darf ich an Glücke weichen, weil mich der so sehnlich liebt,

dem kein Wein ist zu verleichen,

den die beste Traube giebt!

Alle Leute, welche leben,

müssen meinen Freund erheben.

Meint ihr, dass ich minder gelte,

o ihr Töchter Solyme,
weil ich schwarz bin, wie die Zelte

an der heißen Mohrensee,

könnt ich Schönheit doch noch leihen Salomons Tapezereien.

Dass ich braune Haut gewonnen,
seht mich darum nicht so an,
ich bin schwarzbraun von der Sonnen, ihre Brunst hat dies getan,
seit dass mich in Zorn und Hassen meiner Mutter Kinder fassen.

Ich muss ihnen stets verwachen

ihre Berg und ihren Wein,
ihre Berge, welche machen,
dass ich itzund schwarz soll sein,

aber mein Berg blieb nur liegen,

weil ich musste sie vergnügen.

My Beloved, in sweet anguish
your Shulamite said to you,
oh come, she pleaded from the heart, come kiss me, oh my adornment,

your grace is the equal
of the vines of the finest wine.

Your perfume is far finer
than the purest olive juice
from the Syrian lakes,
than the noble power of the balm,

that is why you are beheld

and beloved by all the maidens.

Draw me after you, we are coming,

we are following your hands,
now he has taken me in,
into his holy bedchamber,

wishes to know me at the pinnacle

of which my ardor is capable.

To whom may I surrender my fortune, because he loves me so fervently,
with whom no wine can be compared which was rendered from the finest grapes! Everyone who is alive

must elevate my friend.

Do you think that I am worth less,

oh you daughters of Solyme,

because I am black as the tents

along the hot Moorish seas,

though I could lend beauty

even to Solomon’s tapestries.

That my skin has become brown,

do not look at me thus,
I am dark brown from the sun,
its blaze did this to me,

and ever since, in rage and hate,

my mother’s children touch me.

I must always watch for them

over their mountains and their wine,

their mountains which have caused

my skin to be black now,
but my own mountain stayed fallow

since I had to do their pleasure.

8

Heinrich Schütz

Die Erde trinkt für sich SWV 438

AT Bc

2:00

Die Erde trinkt für sich

Aus "Epigramme", nach Anakreon

Die Erde trinkt für sich,

die Bäume trinken Erde,
Vom Meere pflegt die Luft

auch zu getrunken werden,
Die Sonne trinkt das Meer,

der Monde trinkt die Sonnen;
Wollt dann, ihr Freunde,

mir das Trinken nicht vergonnen?

„The black earth drinks, in turn

The trees drink up the earth.

The sea the torrents drinks,

the sun the sea,

And the moon drinks the sun.

Why, comrades, do ye flout me,

If I, too, wish to drink?“

Anakreon, Odes 21.

9

Heinrich Schütz

Läßt Salomon sein Bette nicht umgeben SWV 452

SB 2vl, vla, Bc

6:00

Läßt Salomon sein Bette umgeben

Geistliche Dichtungen: Salomons hohes Lied (1627)

Lässt Salomon sein Bette nicht umgeben, stehn sechzig nicht allhier
aus Israel, die Stärksten, so da leben
und wachen stets dafür?

Sie allesamt sind ritterlich geübet,
sind ihres Königs Macht
und schützen ihn, indem er liegt verliebet, behüten ihn die Nacht.

Der Salomon ließ schönes Holz abhauen vom grünen Libanon,
von Silber ließ er edle Säulen bauen
an seinen Bettethron,

die Deck ist Gold und Purpur ist sein Kissen, der Grund ist Lieb und Gunst
aus Solyma von Töchtern, die wohl wissen zu sticken nach der Kunst.

Kommt doch heraus,
kommt her doch, ihr Jungfrauen
ihr Töchter von Zion,
ach säumet nicht, kommt eilends anzuschauen den König Salomon,
seht auf sein Haupt, seht an die schöne Krone auf seine Heiratzeit,
die itzund gibt die Mutter ihrem Sohne
zu rechter Fröhlichkeit.

Does Solomon not cause his bed to be surrounded by sixty men standing there,
the strongest who live in Israel
guarding him at all times?

They are all trained in knightly skills, they are their king’s might,
and protect him while he lies, in love, guarding him all night.

Solomon caused beautiful wood to be cut from verdant Lebanon,
he had noble pillars made of silver
for his throne bed,

the ceiling is gold and his pillow is scarlet the reason is love and favor,
from Solyme, by daughters who know well how to embroider with great artistry.

Come, come out,
come here, you maidens,
you daughters of Zion,
ah, do not delay, hurry to come and behold Solomon the King,
see on his head, see the beautiful crown for his wedding time
which now the mother gives to her son
for genuine rejoicing.

10

Heinrich Schütz

Glück zu den Helikon SWV 96

AT Bc

2:30

Glück zu dem Helikon

Glück zu dem Helikon,

ich hör der Musen Ton,

Clio, Euterpe rein

Melpomene stimmt ein.

Ich hör süßen Gesang
wie der Sirenen Klang,
doch wie ich recht vernahm,

von Phoebo alls herkam.

Allhier der Orpheus hoch

sein Harfen stimmet noch,

bewegt Wälder und Tal,

erfüllt des Jovis Saal.

Ein’ neuen Klang zuvor,
der nicht in ihrem Chor,
ein Jünger fing mit an,

spielt auch auf diesem Plan.

Sie liefen all ohn Ruh,
die Musen gossen zu,
dass er nass von dem Wein,

ein Bach lief von ihm rein.

Permessus lobt die Sach,

Glück zu der Neuenbach,
den Pegasus gemacht,
der Brunn auch heimlich lacht.

Der Midas nicht hie gilt,

den Phoebus tapfer schilt,

allein der Musen Zahl singt

in der Götter Saal.

Fortune favors the Helicon,
I hear the sound of the muses,

pure Clio and Euterpe,

Melpomene adds her voice.

I hear sweet singing,

sweet as siren sounds,

but when I heard rightly

it all came from Phoebo.

Here it was that Orpheus

still tunes his raised harp,
moving forests and valleys,

filling Jove’s hall.

Earlier, a new sound
that was not in their choir

was begun by a youth

who added it to the whole.

They all ran restlessly
and the muses poured
that he would be drenched with wine, which ran in rivers down his sides.

Permessus praised the matter,

good fortune to the new brook

which Pegasus made,
even the well laughs secretly.

Midas does not count here
who is bravely scolded by Phoebus;

only the group of the muses
sing in the hall of the gods.

11

Heinrich Schütz

Tugend ist der beste Freund SWV 442

SS 2vl, Bc

5:30

Tugend ist der beste Freund

Aus "Martini Opitii Acht Bücher Deutscher Poematum" durch ihn selbst herausgegeben, Breslau (David Müller) 1625

Tugend ist der beste Freundt,

Die uns allzeit pflegt zu lieben,

Wann die schöne Sonne scheint

Und die Wolcken uns betrüben;

Reisen wir gleich hin und her,

Ueber Land und über Meer,

Es ist ihr kein Beschwer.

 

Sie weiß nichts von Menschen Gunst,

Wie es zwar manch Freund hier machet,

Der auß falscher Liebesbrunst

Frölich klagt und kläglich lachet,

Der zwar gut ist vom Gesicht

Und sich aller Treu verspricht;

Das Hertze meint es nicht.

 

Als das leichte Glücke mich

Schien' ein wenig zu erheben,

Wolte der und jener sich

In den Todt auch für mich geben;

Nun ein kleiner rauer Wind

Nur zu wittern sich beginnt,

Ist niemand, der sich findt.

 

Doch will ich von meinem Muth'

Auch das minste noch nicht schreiten

Und gedencken, daß mein Guth

Wären wird zu allen Zeiten;

Dann mein Trost in Glück und Noth,

Hier und da, in Ehr' und Spott,

Ist Tugend und ist Gott.

Virtue is the best friend

Who always loves us

When the beautiful sun shines

And the clouds grieve us;

Let's travel back and forth

Over land and over sea,

It's not a complaint for her.

 

She knows nothing of people's favor

As some friends do here,

The out of false ardor of love

Merrily complains and laughs miserably,

Which is good from the face